Archiv für Januar 2009

Polaroid beantragt Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts. Schuld an dem zweiten Insolvenzverfahren innerhalb von sieben Jahren sei diesmal ein Betrugsverfahren des Besitzers Petters Group, der Investoren um über 2 Milliarden US-Dollar betrogen haben soll und im Oktober 2008 verhaftet worden war. Laut Angaben beim Insolvenzgericht in Minneapolis erhebt die Petters Group Forderungen in Höhe von 213,5 Millionen US-Dollar gegen Polaroid. Die Firma bestreitet deren Rechtmäßigkeit, macht aber keine genauen Angaben zur eigenen Finanzlage. “Obwohl wir einen der weltweit bekanntesten Markennamen besitzen, musste Polaroid in den letzten Jahren einen Rückgang des Nettoumsatzes bei zugleich steigenden operativen Ausgaben und Entwicklungskosten hinnehmen”, heißt es weiter in den beim Insolvenzgericht eingereichten Unterlagen. Polaroid setzt nun, nach dem Ausstieg aus dem analogen Fotogeschäft, auf Produkte wie seinen Sofortbild-Minidrucker PoGo, tragbare DVD-Player, digitale Bilderrahmen und Flachbildschirmfernseher.

Der Studie der Forschungsgruppe Wahlen zufolge sind deutlich mehr Männer als Frauen online. Im letzten Quartal waren 73 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen online. Besonders Onlineapotheken können sich eines regen Zuspruchs erfreuen. Im vierten Quartal nutzten zehn Prozent der Erwachsenen diese Möglichkeit, um rezeptfreie Medikamente zu kaufen. Insgesamt nutzten 63 Prozent Onlineshopping und 51 Prozent wickelten ihre Bankgeschäfte online ab. Gleich drei von vier Internetnutzern vergleichen online Preise. Unterschiedlicher Beliebtheit erfreuen sich Informationsangebote. So informierten sich zwar 41 Prozent über Nachrichten aus der Politik, doch nur 36 Prozent nutzten Informationen über Versicherungen. Das Nutzungsverhalten zeigt ein differenziertes Bild. Männer nutzten das Internet dabei intensiver als Frauen. Die Altersgruppe bis 39 Jahren ist mit über 90 Prozent praktisch vollzählig online. Größeres Wachstumspotenzial besteht bei den über 60-Jährigen. Hier sind derzeit nur 29 Prozent online. Gleichzeitig ist das Internet primär ein Medium für formal höher Gebildete. 91 Prozent der Deutschen mit Hochschulreife nutzen aktiv das Internet, bei jenen mit Hauptschulabschluss und Lehre waren es kaum die Hälfte.

Die Bahn und T-Mobile haben einen verstärkten Ausbau der WLAN-Versorgung im ICE angekündigt. Fahrgäste der Hochgeschwindigkeitszüge können nun auch auf der Strecke Frankfurt–Hannover–Hamburg das Internet nutzen. Zur Zeit gibt es den Dienst für Reisende bereits zwischen Dortmund, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Augsburg und München. Laut Firmenangaben sind rund 1.500 Kilometer des ICE-Streckennetzes mit einer breitbandigen Onlineversorgung ausgestattet. Bis heute sind rund 50 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs ICE 1 und des neuen ICE 3 mit der für den Onlinezugang notwendigen Technik ausgerüstet. Weitere rund 20 ICE-3-Züge sollen 2009 folgen. “Der Kundenzuspruch zu WLAN im Zug ist sehr positiv, wie unsere Marktforschung ergeben hat”, sagte Bahn-Sprecher Andreas Fuhrmann. Im März 2008 hatte die Bahn angekündigt, die Handyverbindungen in ICEs zu verbessern. Zusammen mit den vier deutschen Mobilfunknetzbetreibern T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 werden die Züge seither mit neuen Repeatern ausgestattet.

Die “Online Marketing Düsseldorf (OMD)” findet 2009 nicht mehr statt. Wie Veranstalter Igedo in einer Pressemitteilung verkündete, will sich das finanziell angeschlagene Unternehmen “zukünftig ausschließlich auf ihre Kernkompetenz Modemessen konzentrieren”. “Die Messe ist das erste Opfer der Wirtschaftskrise”, so Messechef Alexander Felsenberg. Die Internet-Branche trifft sich somit im kommenden Jahr in Köln auf der Konkurrenzmesse Dmexco. Bereits kurz vor der diesjährigen OMD hatte der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und der Online-Vermarketerkreis (OVK) entschieden, ab 2009 die Köln-Veranstaltung zu unterstützten, weitere Verbandspartner wie Fachforum Online Mediaagenturen (FOMA), Gesamtverband für Kommunikationsagenturen (GWA) und Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Europe folgten. Dmexco-Chef Frank Schneider sieht seine eigene Strategie bestätigt, dass es in Deutschland nur Platz für eine zentrale Branchenveranstaltung zum digitalen Marketing gibt. Die Dantotec hat den Besuch der OMD 2008 nicht ins Visier genommen und begrüßt diese Entwicklung.

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